Ein Notmops zieht ein – Candy

Guten Tag ihr Lieben,

durch den „Liebster Blog“ Award und die Frage ob ich mich bei einem Hund für einen vom Züchter oder aus dem Tierschutz entscheiden würde, musste ich natürlich unmittelbar an „unsere“ Candy denken. Einen Notmops, den wir letztes Jahr für ein paar Wochen adoptiert hatten.

Ich hatte schon seit mehreren Monaten immer mit dem Gedanken gespielt, einen Spielkameraden für unsere Franny zu uns zu holen. Da Möpse sehr sozial sind und ich nur das beste für Franny wollte, machte ich mich schlau. Ich wollte keinen Welpen, sondern wieder einem Hund, der in Not war, helfen! So kam ich dann auf eine Tierschutzorganisation, die Straßenhunde bzw. Hunde aus schlechter Haltung auf Malta rettet und diese an in Deutschland lebende Familien vermittelt. Da man den Hund vorher nicht wirklich kennenlernen kann, sich quasi im Internet entscheiden muss „der solls sein“, ist leider immer ein Restrisiko vorhanden, dass es nicht klappt. Es sei denn, man fährt zu der vorübergehenden Pflegestelle, zu der die Hunde kommen und von der man den Hund im Regelfall auch abholt. Bei uns war leider der Fall, dass diese in Frankfurt am Main war. Gute 400km von uns entfernt! Wir hatten zumindest das Glück, dass eine weitere Familie aus der Nähe auch einen Mops nahm und Candy gleich für uns mitgenommen hat. Wir konnten sie dann bei der sehr lieben Familie abholen und mitnehmen.

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So haben wir sie abgeholt. Trockene, kaputte Nase… von dem Rest mal zu schweigen!

Die ersten Tage waren mega anstrengend, auch das Zusammentreffen mit Franny. Wir mussten ein paar Mal mit Candy zum Tierarzt, da ihr Zustand einfach nur desaströs war! Candy kam von einem Vermehrer. Dieser hatte noch 3 weitere Hunde. Eine Hündin und 2 Rüden, mit denen er untereinander „herumgezüchtet“ hat. Anders kann man es nicht bezeichnen. Alle Tiere waren schon älter. Candy stand kurz vor ihrem 8ten Geburtstag, die andere Hündin war knapp 7 und die beiden Rüden 8 bzw. 9 Jahre alt. Für den selbsternannten Züchter waren die Tiere mittlerweile zu alt und nicht mehr zu gebrauchen – deswegen hatte er sie in das ansässige Tierheim abgeschoben, dieses wiederum hat die Tiere über die Tierschutzorganisation nach Deutschland vermittelt. Zu ihrem Glück – denn ich finde, sie haben es verdient, einen schönen Lebensabend zu verbringen! Das selbe hatten wir auch mit Candy vor. Deswegen als allererstes gesundheitliche Versorgung. Man sollte immer wissen, dass, wenn man sich auf einen solchen Hund einlässt, damit ein ziemlich hoher finanzieller Aufwand verbunden sein könnte! Muss nicht, aber in den meisten Fällen wird in solchen Notfällen nie bzw. nur eine geringe gesundheitliche Pflege seitens des Vorbesitzers betrieben worden sein.

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Sie fing an, sich richtig wohl zu fühlen – leider war es bei Franny genau andersrum!

Jedenfalls stellte sich schon beim ersten Tierarztbesuch raus, dass nur die nötigsten Impfungen verabreicht wurden. Also erstmal eine gewissen Grundimpfung vorgenommen, da sie in sehr schlechter, körperlicher Verfassung war. Man hat ihr das jahrelange züchten wirklich deutlich angesehen. Es wurde wirklich nur darauf Wert gelegt – möglichst oft decken, damit man ordentlich Kohle scheffeln kann! Ich hab fast das kotzen vor Wut bekommen, als wir dieses arme Würstchen abgeholt haben. Übergewichtig bis zum geht nicht mehr (na, immerhin gab es was zu essen….!), struppig-schuppiges Fell, das eine Auge fast blind, kaum noch Zähnchen im Mund, die Nase total trocken und fast schon bröckelig! Ein ausgesaugtes, überlanges Gesäuge…von ihrer Vagina mal nicht zu sprechen. Echt traurig. Und Durchfall hatte sie ohne Ende.. erst dachten wir es wäre Stress. Ein erneuter Tierarztbesuch mit Test des Kots gab dann Aufschluss, warum: Sie hatte Giardien. Wir haben uns schon sowas gedacht. Von da an war zu Hause Hygienestufe: KIRSCHROT angesagt. Danchlorix, die Waschmaschine und heißes Wasser waren meinr besten Freunde….

Leider war ich zu dem Zeitpunkt auch etwas gesundheitlich angeschlagen und tingelte nebenher auch von Arzt zu Arzt. Mir fiel es immer schwerer, meine Finger zu bewegen und in meine Knien fing es an zu knacken. Die Füße und Zehen schwollen an und keiner konnte sich erklären, warum. Ich hatte vorher schon Probleme, es wurde aber in den Wochen immer schlimmer. Es fiel mir immer schwerer, beiden Hunden Aufmerksamkeit zu geben, selbst Candy die Nase mit Vaseline einschmieren, fiel mir mit meinen Fingern irgendwann überhaupt nicht mehr leicht.

Candy und Franny verstanden sich von Anfang an leider mehr schlecht als recht und es wurde irgendwie nicht besser. Ich hatte sie echt lieb gewonnen, mit ihrem gegrunze und ihrem treudoofen Blick. Wenn sie was wollte, hat sie eine regelrechte Schüppe gezogen.. sie schob dann die Unerlippe immer so komisch vor. Das war echt zum knuddeln! Tja, nur war eben das doofe, dass Franny ein recht passives und ruhiges Wesen hat. Candy muss bei der Vierergruppe sowas wie die Chefin oder das Alphatier gewesen sein. Mein Mann und ich dachten, das würde sich in den Wochen schon geben, es war ja für alle eine neue und ungewohnte Situation. Franny wurde uns gegenüber auch immer abweisender. Lies sich nicht mehr anfassen und kam auch nicht mehr zu uns, wenn wir sie gerufen haben, wenn Candy in der Nähe war. Als wenn sie uns strafen wollte. Irgendwann fing Candy dann an, Franny zu besteigen und zu beißen. Als es dann irgendwann aber blutig wurde, als Candy Franny von ihrem Körbchen weg biss, mussten wir handeln. Gott sei Dank war es kein Problem, sie wieder zurück zu bringen. Wir schilderten unseren Fall und sie waren guter Dinge, eine passendere Familie für sie zu finden, evtl. als Einzelhund oder mit einem dominanteren Tier zusammen.

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Sie war schon auf ihre Art echt knuffig!

Am selben Tag, an dem wir Candy wieder zu der Pflegestelle zurückgeben wollten, bekam ich beim Rheumatologen die Diagnose, dass ich an Arthritis leide. Noch nicht mal 30 und schon Rheuma! Spitze. Es war sowieso kein toller Tag, weil ich normal nicht so schnell aufgebe, aber es ging nicht. Wir haben uns das mehrere Wochen angeguckt und gekämpft, aber meine eigene Krankheit, hat das leider auch nicht einfach gemacht. Dazu kam halt die Tatsache, dass wir nicht gucken konnten vorher, wie die beiden aufeinander reagieren. Sowas kann man ja schlecht abschätzen oder vorher wissen! Über Candys Wesen war ja auch nichts bekannt. Nur in welcher Verfassung sie ungefähr sein würden. Deswegen… ich würde sowas in der Art nie wieder machen. Im Internet auf ein Tier bewerben, Zusage bekommen ohne vorheriges Kennenlernen oder ähnliches. Dann lieber direkt im ansässigen Tierheim oder bei einer Tierschutzorganisation, bei der man die Tiere direkt vor Ort hat und sich ein Bild machen kann! An sich lief der Kontakt ja alles reibungslos, aber es hätte uns und den beiden Tieren natürlich viel hin- und her und Leid erspart.

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Es gab auch ruhige Momente. Links Franny, die in Candys Körbchen gehüpft ist und rechts Candy.

Heute sind wir alle etwas schlauer und ich weiß, dass ich das beim nächsten Mal anders angehen würde. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass Franny sowieso wohl eher ein „Einzelkind“ ist. Sie ist von ihrer Art her einfach viel zu distanziert. Vielleicht fehlt aber auch nur der passende „Deckel“. Wer weiß, was die Zeit so bringt. Bis dahin, sind wir ihre beiden „Ersatzmöpse“ ;) und sie bekommt alles, was sie braucht, um ein tolles Leben zu haben! Würde mich freuen, wenn sich noch mehr Leute dazu entschließen würden, hilfesuchenden Tieren ein neues zu Hause zu geben, anstatt immer gleich zum Züchter zu rennen. Das ist nämlich sehr Schade… es warten ganz viele, tolle und liebe Möppels auf ein neues Heim!

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Franny lag lieber für sich…
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Jetzt genießt sie wieder ihr „Einzelkind“-Dasein ;)

Tolle Seiten zum Thema Tierschutz und Notmöpsen:

http://www.notmops.de/

Die Mops Engel

Mopsliebende

Ich wünsche euch noch einen tollen Tag!

Viele Grüße,

Nathalie mit Franny

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9 Gedanken zu “Ein Notmops zieht ein – Candy

  1. Hallo,
    Tonia ist auch ein „Internet“ Hund aus Grichenland. Sie wurde aus dem Tierschutzverein Santorini Grichenland nach Frankfurt geflogen, dort könnten wir sie auch abholen. Zuhause angekommen legte sie sich gleich auf ihren Platz und war sehr süß. 1Jahr später wurde sie schon ruhiger, ging 3x in die Hundeschule und was andere Hunde anbetrifft war sie etwas Zickig (ist sie heute immer noch). Vor 3 Monaten kam dann Rudolf, wir haben ihn aus dem gleichen Tierschutz übernommen, Tonia war anfangs etwas misstrauisch mit ihm aber sein Charme konnte sie nach kurzer Zeit überreden und nun sind die beiden die besten Freunde das man sicher auf unseren Bildern erkennen kann. Tonia beschützt Rudolf sogar wenn er in Konfrontation mit anderen Hunden kommt. Tonia versteht sich nicht mit jedem Hund aber Rudolf liebt wirklich alle anderen Hunde.
    Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den „Internet“ Hunden gemacht, man kann sie ja wie gesagt nur als Pflegehunde aufnehmen um ersteinmal zuschauen wie sie sich anpassen.
    LG Annika,Tonia und Rudolf

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    1. Hi ihr 3 ! :o) das ist schön, auch mal einen positiven Bericht zum Thema „Internethunden“ zu lesen. Finde ich ganz große klasse! Leider wurde uns damals die Option nicht gegeben, sie erstmal nur als Pflegling zu nehmen. Aber ich bin froh, dass sie dann letztendlich doch ein gutes zu Hause bekommen hat, in der sie die Nr. 1 ist und betüddelt wird – genau das hatte sie nämlich auch verdient :o) Finde ich gut, dass das bei euch so gut klappt! Lese auch gerne eure Berichte. LG Nathalie mit Franny

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  2. Hallo. Schöner Bericht. Mein Frauchen hat ihren Chefin auch einen Hund aus Griechenland vermittelt. Das war am Anfang auch ganz schön anstrengend. Aber nachdem Fuchs den richtigen Hundetrainer besucht hatte wurde es besser. Nun ist er auch immer mit im Büro. Nur manchmal verfällt er wieder in alte Verhaltensmuster. LG Odie

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    1. Danke! Ja, ich glaube wenn ich nicht gesundheitlich soviele Probleme hätte, hätte ich das sicherlich auf mich genommen. So muss ich mir aber eingestehen, dass ich mich da übernommen habe, leider. Und für Franny war sie wahrscheinlich auch nicht die richtige Hundepartnerin :o(. Aber es ist immer schön zu lesen, dass noch andere solchen Hunden ein schönes und geborgenes Zuhause geben! <3 LG Nathalie mit Franny

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      1. Hallo Ihr beiden. Manchmal hat es halt nicht sollen sein. Ich wäre mit einem Zweithund auch total überfordert. Ich bin so oft beim Tierarzt, dass Frauchen mich vor alles stellt. Sie kümmert sich mehr um mich als um sich selbst. Daher bin und bleibe ich Einzelhund. Nicht jeder ist für ein Doppelleben geeignet. GLG Odie
        P.S. Franny hat ja ein tolles Frauchen und Candy wird auch ein tolles Frauchen bekommen.

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      2. Das stimmt! Dann sollte man sowas auch lassen. Ich bin leider mit Candy überhaupt nicht klar gekommen. Sie war einfach zu grob zu mir. Auch wenn ich nur mit ihr spielen wollte und sie aufgefordert habe! ich glaube, das lag auch ein bisschen am Alter… sehr Schade! Das ist wirklich toll von deinem Frauchen…da können sich einige noch eine Scheibe abschneiden! LG, Franny

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