Franny und ich [Teil 3] – Vorurteile sind toll….!

Heute geht’s um ein sehr leidiges Thema. Der ein oder andere Hundebesitzer kennt das selbst – ganz „tolle“ Vorurteile von noch „tolleren“ Leuten, die was aufschnappen und dann zum besten geben.

Gerade als Mopsbesitzer darf man sich manchmal so einiges anhören. Von „Möpse sind dumm und verfressen“ bis „der kann ja bestimmt keine 3 Meter laufen ohne aus der Puste zu sein“ – das Phrasenschwein wird gut und gern gefüttert. Aber auch die geile Aussage „alle Labradore sind tollpatschig und trottelig“ ist einfach nur Quark.

Ich frage mich immer, WIE kommen die Leute darauf? Die meisten werden null Plan haben, wie die einzelnen Rassen wirklich ticken. Einfach was aufgeschnappt, als „wird schon stimmen“ gespeichert und los geht’s.

Vor allem… was GENAU will man denn mit der Aussage „Der ist doof“ sagen? Zu doof geradeaus zu laufen? Zu doof einen Handstand zu machen? Zu doof zu lernen, ins Pissoir zu pinkeln? Vielleicht meinen die Leute einfach eine geringere Lernwilligkeit oder eine geringere Aufmerksamkeit. Aber dass es vielleicht an den Menschen selbst liegt und man individuell auf den Hund abgestimmt arbeiten/trainieren muss, das kommt ja nicht in Frage ;) das kann nur das blöde Tier sein.

Das ein Mops ganz und gar nicht doof ist, kann ich bestätigen.Verfressen? Ja, unsere schon. Allerdings bekommen wir jedenfalls kein Problem, wenn wir mal eine Tüte Chips oder etwas anderes zu knabbern auf dem Couchtisch liegen lassen. Oder den Tisch decken, Essen auftun und dann nochmal kurz den Raum verlassen oder uns nur mal kurz umdrehen. Bei anderen werden sofort die Teller leer gefräst. Oder die Antibabypille gefressen, die auf dem Tisch rumliegt. Alles schon gehört!

Es ist auch eine Frage, ob man sich mit seinem Tier beschäftigt oder nicht. Ich war damals mal auf mehreren Mopstreffen – da gab es eigentlich fast immer nur 2 Lager. Entweder die, bei denen die Hunde auch etwas gefordert wurden und wo etwas für’s Köpfchen getan wurde… oder die, die den Hund als Sofawärmer hatten. Jeder wie er mag! Aber das generell ALLE so sind, stimmt einfach nicht.

Ein Beispiel aus unserem mopsigen Leben…das widerlegt zumindest das ewige Vorurteil „Möpse sind alle doof“ … gegen das „Möpse sind alle verfressen!“ sage ich in dem Fall mal nix ;)

Unser Mopsi bekommt morgens und abends eine ordentliche Mahlzeit zu futtern. Die morgendliche Mahlzeit gibt es meistens so gegen halb sieben, gleich nach unserer ersten Gassirunde, bevor ich aus dem Haus gehe. Da mein Mann in Schichten arbeitet, kommt er z.B. morgens nach der Nachtschicht schon gegen 6uhr nach Hause. Zu der Zeit bin ich meistens im Bad. Vor ein paar Wochen hat sich folgendes abgespielt:

Nachtschichtwoche. Schatzi um 6uhr zu Hause. Franny ist dann dementsprechend auch schon mehr oder minder wach, weil sie eigentlich nur vom Schlafzimmerkörbchen nach vorne ins Wohnzimmer „umzieht“ und sich dann da wieder einrollt. Jetzt bin ich aus dem Bad raus, Begrüßungknutschi (für den Mann natürlich ;) ), kurzes Gespräch, will mir den Hund schnappen, der natürlich mal wieder keinen Bock hat, nach einigem überreden aber doch aufgab…und draußen waren wir. Beim Gassi gehen dann das übliche…schnell alles erledigen und dann ja rein, gibt ja noch Frühstück! Also drinnen dann (mein Mann ist dann immer in der Zeit ins Bad, sich Bettfertig machen!) eine ordentliche Portion Futter für das über die Nacht halb verhungerte Tier fertig gemacht. Wenn sie richtig Hunger hat, kann sie sich immer kaum im Körbchen halten, weil scheinbar jede weitere Minute einfach zu viel wäre… sie macht dann richtig Terz und fiept rum. Das war in der besagten Woche jeden Tag so. Bis zum Freitag. Wieder das übliche Prozedere, komme mit dem Hund rein, lasse sie im Körbchen Sitz machen und gehe in die Küche, um ihr Essen fertig zu machen. Nur das mein Mann heute schon fertig war und auf dem Sofa saß. Denn als er irgendwann mitbekommt, wie ich das Essen mache und Hundi währenddessen wieder die übelste Show abzieht mit fiepen und nervös im Körbchen hin und her wuseln, meint er zu mir „Was machst du denn da?? Sie hatte doch schon was!“ „WIE?? SIE HATTE SCHON WAS?“ und da erzählt er mir, dass er sie die letzten Tage immer versorgt hatte, als ich noch im Bad war….. da hat sie immer schön doppelt abgesahnt und trotzdem noch so getan, als wenn sie jetzt aber mal gaaanz dringend ihr Futter bräuchte. Tja doof isse nicht – nur gut schauspielern kann sie :D …und Herrchen und Frauchen sind seitdem erheblich besser in Sachen Kommunikation ;)

Seid ihr auch schon „Opfer“ solcher Vorurteile geworden? Und wie geht ihr das an?

Ich wünsche euch noch einen sonnigen Tag :)!

Mademoiselle mit Franny

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18 Gedanken zu “Franny und ich [Teil 3] – Vorurteile sind toll….!

  1. Hallo Franny. Ja das mit den Vorurteilen kenne ich nur zu gut. Seit 2 Jahren hören wir von Mitmenschen. Der Hund muss eingeschläfert werden. Der kann ja kaum die Treppe hochgehen. Ein Hund, der keine Treppen mehr steigen kann muss von seinem Leid erlöst werden. Wieso Leid? Der Hund steigt maximal 3x täglich die Treppe rauf und runter und das mit speziellem Geschirr und Hilfe von Frauchen. Eine Gesamtdauer von 5 Minuten am Tag. Also wegen 5 Minuten Unbequemheit soll ich sterben? Ich steige ja keine 8 Stunden am Tag Treppen. Laufen kann ich noch zwar nicht schnell aber meine Gassirunde schaffe ich noch. Zwar brauche ich jetzt doppelt so lange wie früher, aber ein alter Hund ist auch kein Rennauto. Dann die anderen Mitmenschen die sagen, der Hund ist krank und sollte eingeschläfert werden. Wieso? Da müsste ja 90% der Menschheit auch eingeschläfert werden. Da wir jede Woche beim Tierarzt sind hat mein Frauchenmit ihm über das Thema gesprochen und ihn gefragt, ob es mir so schlecht gehen würde, dass ich mich nur noch rumquäle. Ein eindeutiges NEIN kam von allen 3 Tierärzten, der Physiotherapeutin und der Tierärztin, die wir für die Akkupunktur aufsuchen. Das Leben ist nicht an den Krankheiten und Unzulänglichkeiten zu bemessen, sondern an der Lebensqualität und davon habe ich noch ganz viel. Ich bin ein alter, kranker Hund, aber sehr glücklich. Ich schlafe mehr wie früher und laufe langsamer, freue mich aber immer noch über Vierbeiner, die meinen Weg kreuzen. Ich wälze jeden Tag in den abgemähten Getreidefeldern und saue mich dabei richtig ein. Frauchen lässt mir meinen Spass. Leben und Leben lassen. Der Tierarzt gab mir einen sehr wichtigen und guten Tipp. Der nächste Zweibeiner, der so blöde Kommentare abgibt muss gefragt werden, ob er eine medizinische Ausbildung hat, Arzt ist oder ähnliches. NEIN? Dann hat er wohl auch keine Ahnung und sollte sich mit seinen Kommentaren ab sofort zurückhalten. Gesagt getan. Jetzt fragt keiner Frauchen mehr wieso ich noch lebe. Ein Hoch auf Frauchen. Ein Hoch auf alle Vierbeiner. Lasst euch nicht von dummen Kommentaren den Tag verderben, denn der der dumme Fragen frägt ist auch nicht intelligenter als die Fragen die er stellt. LG Odie

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    1. Hallo Odie und Frauchen! Echt schlimm, was ich da lesen muss. Aussenstehende haben es immer sehr einfach, zu (ver)urteilen! Das habe ich auch schon gemerkt. Am besten ist da wirklich, sowas zu ignorieren… auch wenn man sich fürchterlich aufregen möchte! Solange du ein glückliches Hundeleben führt, sollen sie ruhig sonstwas denken! Dein Frauchen wird schon wissen und vor allem tun, was das richtige ist! Lasst euch nicht unterkriegen. LG Nathalie mit Franny

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  2. Mit einem Pudel hat man leider auch viel mit Vorurteilen zu kämpfen :/ wir finden deinen Blog übrigens toll und haben dich / euch für den Liebster Award nominiert. Schaut einfach auf meinem Blog vorbei :) LG Viktoria und Holly

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    1. Hallo ihr beiden :) ja, ich glaube das hat echt fast jeder Hundebesitzer! Sehr Schade eigentlich..aber muss man mit leben können… Das ist aber lieb mit dem Award! Da schau ich doch nachher gleich mal nach…da habe ich mehr Zeit. Danke dir und LG Nathalie mit Franny :)

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  3. Jap, wir können zustimmen, das Vorurteile überall präsent sind, allerdings habe ich auch welche, weil ich letztendlich ein Produkt meiner Erfahrungen bin und oft gehe ich lieber weg und habe ein Vorurteil als einen gebissenen Hund. für meinen Geschmack definieren und profilieren sich heute zu viele Hundehalter über ihr tier. das finde ich schade. aber so ist leben, weil ganz viele Leute halt Hundebesitzer, aber keine hundeführer sind.

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    1. HI Birgit, ja das stimmt wohl. Ich kenne auch viele, die zwar einen Hund haben, aber dann nur weil er süß ist oder sich gut als Schoßhund eignet. Ich musste auch erst lernen, dass der Hund Beschäftigung und vor allem eine Führung benötigt. Wir sind jetzt schon ein paar Monate am trainieren, was die Leinenaggressivität betrifft. Das haben wir aber durch viel Training mittlerweile gut im Griff. Die direkte Konfrontation mit Hunden, gestaltet sich noch etwas schwierig. Alles eine Geduldsfrage.

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      1. Genau und eine frage des willens. ich denke, viele Leute sind sich vor Anschaffung des Welpen gar nicht darüber im klaren, was es jeden tag des Jahres bedeutet einen Hund zu besitzen. viel zeit, Arbeit, Konsequenz ect. man investieren muss. so als ob man sich ein kind anschafft, nur das der Hund das kleinkindalter halt nie verlässt. ich weiss, dass viele Hunde Schwierigkeiten mit möpsen haben, weil sie oft das geschnaufe nicht einschätzen können und in den seltesten fällen die Möglichkeit besteht mal zusammen zu laufen, damit der andere Hund erkennt, der mops ist keine Bedrohung. Mein Hund war zuerst immer recht eingeschüchtert von unserem mopfsfreund und im laufe des Spaziergangs hat er dann begriffen, dass der halt so atmet und er nicht gleich mit ner Abreibung rechnen muss. das hat super geklappt, für beide Seiten.

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      2. Genau. Bei uns kommt erschwerend dazu, dass wir sie schon fast ausgewachsen bekommen haben. Sie kommt ja aus schlimmen Verhältnissen und hat nie gelernt, an der Leine zu laufen und andere Hunde, die einem entgegenkommen, nicht als Bedrohung zu sehen. Wir haben das Glück, dass sie nicht schnauft und röchelt, bisher gab es somit auch nie Probleme. Aber da wir letztes Jahr den Pflegemops hier hatten, die reinrassig war, weiß ich was du meinst mit geröchel. Das ist kein Wunder, dass es von anderen Hunden oftmals falsch gedeutet werden kann. Für viele Leute ist ein Hund sowas wie ein Acessoire geworden – wenn ich sehe, wie Chihuahuas oder andere kleine Hunde in Taschen oder auf dem Arm rumgetragen werden, krieg ich manchmal einen zuviel. Als wenn der Hund keine Beine hätte! Die werden so verhätschelt, aber an der Erziehung mangelt es dann… auch im Mai auf dem Campingplatz gesehen mit einer älteren Dame, deren Dackel auch null erzogen war…aber da kam dann „Wir hatten immer schon Hunde…das ist schon alles richtig so!!“

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      3. da können wir wohl alle ein lied von singen. früher war halt vieles anders in punkto Hundehaltung, aber ich meine, wer als älterer mensch einen Hund hält muss sich da genauso weiterentwickeln wie mit nem smartphone oder dem computer. auch in der hundeerziehung wurde so viel besser gemacht in den letzen Jahren. Da habt ihr es natürlich auch doppelt schwer mit einem bereits erwachsen Hund aus schlechter Haltung. das ist ja noch anspruchsvoller. das bedarf ja noch mehr Einsatz und Hingabe.

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      4. Das denke ich auch. Ist so wie mit allem – man darf heutzutage nicht stehen bleiben, sondern muss sich bisschen informieren und wie du schon sagtest, weiterentwickeln. Es war schon manchmal sehr schwer, sie war weder stubenrein, noch konnte sie zu Hause bleiben und hat aus Frust dann die Couch bepullert und die ganze Bude zusammengeschrien…sie mochte nicht Gassi gehen, hatte Angst vor’m Geschirr; generell alles, was aussah wie ein Seil oder eine Schlinge (als wir damals mal eine Kabelverlängerung rausgeholt hatten, weil wir Raclette machen wollten, ist sie danach ein paar Stunden ängstlich vor uns abgehauen – ich will nicht wissen, was sie alles mit ihr gemacht haben!),… Es war quasi so, als wenn wir uns einen Welpen geholt hätten! Nur leider war sie schon etwa ein Jahr alt und auch aus der Prägephase schon lange, laaange raus. Vieles werden wir auch nie mehr aufholen können. Aber wir haben auch schon genauso viel in den Griff bekommen – sie ist sehr selbstbewusst geworden und hat ansonsen einfach ein super liebes Wesen an sich. Ich versuche ihr, ihr Leben so schön wie möglich zu gestalten – dafür gibt es aber auch Regeln, damit das alles funktioniert :o)

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      5. mit einem Welpen ist die Erziehung ja eigentlich ein klacks, falls man dann gut vorbereitet ist. da habt ihr aber wirklich was geleistet. Respekt und gut gemacht. hätte ich gar nicht geschafft.

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